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Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise e.V.

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Beschreibung und ”Zweck Haus des Grenzlandkarnevals“

Haus des Greznlandkarnevals

Konzept
einer überregionalen, länderübergreifenden Kultureinrichtung im Aachener Grenzland. Gefördert durch den Landschaftsverband Rheinland -Sozial- und Kulturstiftung des LVR-

Allgemeines und Grundidee

In der schon damals karnevalsbegeisterten, alten Bergbaustadt Alsdorf wurde am 30. Juni 1956 derVerband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise e.V.gegründet. 33 Vereine aus den damaligen, grenznahen Kreisen Aachen-Land, Monschau, Geilenkirchen-Heinsberg, Erkelenz und Jülich im Regierungsbezirk Aachen legten damit den Grundstein für den heutigen Verband. Bereits im Juli 1956 wurde er in den “Bund Deutscher Karneval e.V.” aufgenommen und als Regionalverband anerkannt.

Im Jahre 2010 zählt der “VKAG” mit seinen ca. 160 Mitgliedsvereinen zu den 10 grössten Regionalverbänden im BDK. Mit ca. 30.000 Einzelmitgliedern in den angeschlossenen Vereinen können wir eine breite Basis vorweisen, die das in unserer Region seit Jahrhunderten tief verwurzelte Brauchtum Karneval pflegen und fördern.

Schon die Tatsache, dass 15 Mitgliedsvereine auf eine nachgewiesene Tradition von mehr als 100 Jahren verweisen kann zeigt, dass der Karneval in den unterschiedlichsten Formen einfach zum Leben der Bevölkerung unserer Region dazugehört.

Besonderer Wert wird in unseren Mitgliedsvereinen auf eine ganzjährige, intensive Jugendarbeit gelegt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich in unseren Vereinen ca. 5.000 Kinder und Jugendliche unserem schönen Brauchtum verschrieben haben. Ein Antrag zur Anerkennung als „Träger der freien Jugendhilfe“ gem § 73 KJHG ist beim LV Rheinland zur Zeit in Bearbeitung und hat nach dem Vorbild anderer Regionalverbände (z.B. RV Düren) gute Aussichten, positiv beschieden zu werden.

Die intensive und vereinsnahe Präsidiumsarbeit, die von Beginn an gesuchte und ausgebaute Zusammenarbeit mit Karnevalsverbänden und –vereinen in den grenznahen Gebieten der Niederlande und Belgien haben letztlich dazu geführt, dass der VKAG zu einer allgemein anerkannten und geschätzten kulturellen Institution in der heutigen StädteRegion Aachen und den Kreisen Heinsberg und Düren geworden ist.

Die Einrichtung des “Hauses des Grenzlandkarnevals” soll eine noch engere und intensivere Zusammenarbeit mit Vereinen, Förderern, Behörden, wissenschaftlichen Instituten (RWTH Aachen) und sonstigen Interessierten fördern und damit den Sinn und die Bedeutung des Kulturgutes Brauchtums Karneval noch weiteren Bevölkerungskreisen nahe bringen. Der kulturelle Wert unseres Brauchtums, die volkswirtschaftlich nicht zu unterschätzende Bedeutung und die Größe unseres Verbandes machen es nunmehr notwendig, eine zentrale Stelle zur Verwaltung, Schulung und Weiterbildung und einer langfristigen Dokumentation unseres Brauchtums einzurichten.

Schon in der Gründungssatzung des VKAG wurde das Sammeln und dokumentieren des Brauchtums Karneval festgeschrieben. In den Jahren bis 1996 allerdings hatte der Aufbau des Verbandes und seiner Aufgaben stets Vorrang. Hierfür hat unser Verband in seiner Jahreshauptversammlung 1998 die notwendigen Weichen gestellt und entsprechende Satzungsänderungen beschlossen. Das Verbandspräsidium hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Idee der Gründungsväter umzusetzen.

I. Zentrale Geschäftsstelle des VKAG und des EUREGIO-Karnevals

Die Organisations- und Verwaltungsstruktur des VKAG ist zurzeit äußerst dezentral bei den verschiedenen Präsidiumsmitgliedern angesiedelt. Dadurch fallen viele Tätigkeiten mehrfach an und es werden z. T. lange Kommunikationswege benötigt. Die Akten und Unterlagen des Verbandes lagern heute z.T. bei längst ausgeschiedenen Präsidiumsmitgliedern und es muss befürchtet werden, dass wichtige Unterlagen bereits jetzt nicht mehr auffindbar sind.

Die zwischenzeitlich erreichte Größe des Verbandes macht es deshalb unbedingt notwendig, an zentraler Stelle alle Aktivitäten zu bündeln und auszuführen, womit eine weitaus effektivere Präsidiumsarbeit erreicht werden kann.

Darüber hinaus haben unsere Vereine eine zentrale Anlaufstelle erhalten, an der sie regelmäßig von Präsidiumsmitgliedern betreut werden können. Eine intensivere Zusammenarbeit mit den Vereinen wird hier zu einer deutlich verbesserten Verbands- und Vereinsarbeit führen, was wiederum zu einer positiven Weiterentwicklung unseres kulturellen Brauchtums führen wird.

Weiterhin wird als äußerst wichtige Tätigkeit in der zentralen Geschäftsstelle die Zusammenarbeit mit den Verbänden und Vereinen in der EUREGIO angestrebt. Während heute zwar sehr gute Kontakte und regelmäßige Gedankenaustausche mit den Verbänden in der grenznahen Provinz Limburg (Niederlande) und den deutschsprachigen belgischen Ostkantonen gepflegt werden, wollen wir diese Kontakte auf Dauer noch erheblich verbessern und intensivieren.

Im Jahr 2014 stellt sich heraus, dass das aktuelle Platzangebot im Haus Balbinastraße 3 in Würselen für die zusammengetragenen und noch erwarteten Archivalien nicht mehr ausreichend ist. Deshalb haben das VKAG-Präsidium und der Förderverein-Vorstand beschlossen, das Haus zu erweitern. Hieran wird z. Zt. intensiv gearbeitet.

Schulungs- und Fortbildungsstätte des VKAG

Wie in allen gesellschaftlichen Organisationen ist Schulung und Fortbildung auch für die Karnevalsvereine mit ihren vielfältigen Aufgaben nicht nur eine Frage einer zeitgemäßen Vereinsführung, sondern überlebenswichtige Maßnahmen. Seit vielen Jahren führt der VKAG deshalb regelmäßige Fortbildungsseminare für die Verantwortlichen in den Mitgliedsvereinen durch.

Seminare für die Schatzmeister der Vereine, mit Referenten aus den steuerberatenden Berufen, den Finanzämtern und Versicherungsunternehmen werden alljährlich an unterschiedlichen Orten im Verbandsgebiet durchgeführt. Hierbei werden die aktuellen Änderungen und Neuerungen speziell in der Vereinsbesteuerung, den neuesten Anforderungen an die Buchführung der Vereine und den umfassenden Versicherungsangeboten und –notwendigkeiten eines Vereins ausführlich vermittelt.

Seminare für die Jugendleiter und Jugendbetreuer unserer Vereine gehören zu den wichtigsten Aufgaben unseres Verbandes. Die vor 10 Jahren als eigenverantwortliches Verbandsgremium eingerichtete „Grenzlandjugend im VKAG“ führt alljährlich 3 – 4 dieser Seminare durch. Dabei wird sowohl moderne Jugendpädagogik, gesellschaftspolitische und staatsbürgerkundliche Aspekte der Jugendarbeit in den Vereinen oder spezielle Themen der allgemeinen Jugendarbeit (z.B. Drogenmissbrauch oder Fremdenfeindlichkeit) behandelt und den Vereinsverantwortlichen vermittelt und diskutiert. Fachreferenten der verschiedenen Jugendämter, aus der gewerkschaftlichen Jugendarbeit oder den Polizeibehörden vermitteln und diskutieren mit den Teilnehmern der Seminare.

Darüber hinaus stehen natürlich auch die karnevalsspezifischen Themen wie Ausbildung der Tanztrainer, kinder- und jugendgerechter Aufbau von Tänzen, Erste-Hilfe-Kurse, Durchführung von kind- und jugendgerechten Karnevalsveranstaltungen oder das Finden und Ausbilden von Kindern für Auftritte im Karneval im Mittelpunkt dieser Schulungen. Weiterhin werden Möglichkeiten zur ständigen Kontaktpflege zu den Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen aufgezeigt, um das Interesse für das Brauchtum Karneval schon im frühen Alter zu wecken und somit den Fortbestand unseres Brauchtums für die Zukunft zu gewährleisten.

Mit unseren Karnevalsfreunden aus den Niederlanden und Belgien erarbeiten wir zur Zeit Möglichkeiten, wie die Kinder und Jugendlichen grenzüberschreitend zusammen zu führen sind und sich z.B. bei gemeinsamen Veranstaltungen besser kennen zu lernen. Diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll einem besseren Verständnis füreinander dienen und ein besseres Miteinander der späteren Erwachsenen fördern. Erste Erfolge dieser Bemühungen zeigen sich in der zwischenzeitlich alljährlichen Teilnahme von Jugendgruppen unserer Verbands-Mitgliedsvereine beim Jugendtreff des BCL, „Bond van Carnavalsverenigingen in Limburg“ (Karnevalsverband in Limburg / NL).

Auch diese Seminare können künftig im „Haus des Grenzlandkarnevals“ stattfinden, um auch so unseren Mitgliedsvereinen ein zentrales Zuhause zu bieten.

In Vorbereitung sind z. Zt. auch Seminare für Vereinsvorsitzende oder Personen, die künftig diese Position in den Vereinen / Verbänden übernehmen sollen. Gerade für diese äußerst wichtige Vereinsposition ist momentan kein Weiterbildungsangebot vorhanden. Zu diesen Schulungen sollen z.B. sowohl Juristen, in der Erwachsenenbildung tätige Pädagogen oder Marketingexperten dem angesprochenen Personenkreis die Möglichkeiten eines modernen und effizienten Vereinsmanagements vermittelt werden.

Zum kulturellen Leben unserer Verbandsregion gehört nach Meinung des Verbandspräsidiums auch die Pflege (oder das Wiedererlernen) der heimatlichen Mundart. In vielen Regionen unseres Landes werden diesbezüglich bereits Seminare und mundartliche Literatur angeboten. Insbesondere ist hier ein Nachholbedarf bei den Kindern und Jugendlichen unserer Region feststellbar. Deshalb wollen wir, in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen, Brauchtumsforschern und Pädagogen Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbieten, damit auch dieses Kulturgut für die Zukunft erhalten bleibt und weiter gepflegt wird.

II. Vorträge, Sonderausstellungen, Arbeitskreise etc.

Vorträge und Diskussionsveranstaltungen über das Brauchtum „Karneval, Fastnacht, Fasching“ mit namhaften Brauchtumsforschern aus der Region, dem benachbarten Ausland oder anderen Gegenden Deutschlands sollen künftig ebenso zum Seminarangebot des „HdG“ gehören wie die bereits vorgenannten Maßnahmen.

Neben den genannten Schulungsveranstaltungen stehen natürlich auch interessante Sonderausstellungen in wechselndem Rhythmus auf dem künftigen Programm des „HdG“. Um nur einige wenige zu nennen wären Ausstellung zum Thema „Brauchtum Karneval in der EUREGIO“, „Karneval in der Kunst“, „Die schwäbisch-alemannische Fastnacht“ usw. lohnenswerte Einzelprojekte, die mit entsprechenden Fachleuten vorbereitet und durchgeführt werden sollen.

Als notwendiger Treffpunkt dient der Seminarraum im „HdG“ auch für den „Wissenschaftlichen Beirat“ des KADAG. In diesem Gremium werden die Forschungsaufgaben, der diesbezügliche Fortschritt und die Ergebnisse der Erforschung des Brauchtums Karneval in unserer Region vorbereitet, besprochen und veröffentlichungsreif hergestellt. Wie es z. Zt. schon in mehreren Kommunen unseres Verbandsgebietes Literatur über das lokale Brauchtum gibt, soll der Wissenschaftliche Beirat des KADAG unser Kulturgut Karneval systematisch erforschen, wissenschaftlich aufarbeiten und der Bevölkerung unserer Region bekannt machen. Damit wird ein wesentlicher Teil unserer Heimatgeschichte dokumentiert und der Nachwelt erhalten. Ein erstes Projekt wurde im Jahr 2006 bereits realisiert. Das 430 Seiten starke Buch „Karneval im Aachener Grenzland“ wurde in 3jähriger Arbeit erstellt und herausgegeben. Es fand nicht nur bei unseren Mitgliedsvereinen großes Interesse, sondern auch viele Universitätsbibliotheken und andere Forschungseinrichtungen haben dieses Buch gerne angenommen. Dieses buch ist mittlerweile allerdings vergriffen!

Weitere Projekte, die im „HdG“ durchgeführt werden können werden sich sicherlich im Laufe der Zeit ergeben. Durch dieses Angebot wird das Haus zu einem lebendigen Treffpunkt für viele Bevölkerungsschichten unserer Region werden.

III. KADAG – KarnevalsArchiv und –Dokumentationszentrum des Aachener Grenzlandes

Wichtigster Bestandteil im „Haus des Grenzlandkarnevals“ ist die „Zentrale Dokumentationsstätte des Brauchtums Karneval in den Altkreisen Aachen (innerhalb der neuen StädteRegion Aachen), und Jülich (Nordteil des heutigen Kreises Düren) sowie des Kreises Heinsberg“ unter dem o.g. Namen. Diese Einrichtung benötigt nach vollständiger Einrichtung ca. 80 - 90% des Platzangebotes in unserem Haus.

Eine detaillierte Beschreibung sowie die Aktivitäten dieser Einrichtung finden Sie unter der Rubrik „KADAG“, in der Aufgaben und Zweck des KADAG und seine kulturelle Bedeutung dargestellt wird.

Die Raumaufteilung im Haus Balbinastraße 3, Würselen-Morsbach wurde, gemeinsam mit einem fachkundigen Architekten einer genauen Prüfung unterzogen und für geeignet befunden. Bereits in den Jahren 2008 und 2009 wurden erhebliche Mittel in die Renovierung und Sanierung des Hauses investiert.

Die Freiflächen rund um das Haus können zum einen als Parkplätze und zum anderen z.B. auch für ein jährliches „Museumsfest“ genutzt werden, womit Einnahmen zur Unterhaltung des Gebäudes erzielt werden können. Der Durchführung anderer örtlicher Feste steht natürlich nichts im Wege.

IV. Finanzierung des gesamten Projektes

Die Finanzierung des Projektes unterteilt sich in einmalige Umbau- und Renovierungskosten, einmalige Investitionskosten der Einrichtungsgegenstände (z.B. Mobiliar, EDV, Gebäudesicherheit) und laufende Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten.

Dabei wird von einer, mit der Stadt Würselen vereinbarten 25jährigen Anmietung und Nutzung des Gebäudes ausgegangen. Hierfür sind laufende Förderungen aus diversen Quellen, die Möglichkeiten der Eigenfinanzierung und des Sponsorings auf Dauer sicher zu stellen.

Der „Förderverein Haus des Grenzlandkarnevals e.V.“ (FVHdG) hat das gesamte Haus als Mieter übernommen. Ein langfristiger Mietvertrag mit der Stadt Würselen über 25 Jahre wurde am 20.Januar 2006 abgeschlossen. Der FVHdG / Verband hat demnach auch die laufenden Kosten zu decken.

Die Gesamtkosten in den ersten 9 Jahren beliefen sich auf ca. 300.000 €! Aus eigenen Mitteln konnten der FV HdG und der Verband allerdings nur einen Teil der Investitionskosten abdecken.

Nur durch die erhebliche Förderung des Landschaftsverbandes Rheinland, der Kulturstiftung NRW und der Kulturstiftung der Sparkasse Aachen konnten die Sanierungs-, Umbau und Einrichtungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Zur laufenden Unterhaltung und den weiteren Ausbau und Erweiterung müssen allerdings weitere private Sponsoren gefunden werden, die möglichst mit regelmäßigen Zuwendungen das „HdG“ in Zukunft weiter unterstützen. Ebenso werden weitere Fördermittel von öffentlichen Stellen oder diversen Kulturstiftungen benötigt, um diese Kultureinrichtung dauerhaft einzurichten. Auch hierzu wird die Mitarbeit der Mitgliedsvereine und von Sponsoren weiter ausgebaut werden müssen.

Nach der Umsetzung der geplanten Maßnahmen ist das Haus natürlich für die Vereine und die Öffentlichkeit zugänglich. Gegen ein geringes Eintrittsgeld werden dann u. a. sach- und fachkundige Führungen angeboten, die sich z.B. auch an die Schulen im gesamten Verbandsgebiet richten. Darüber hinaus können und sollen Sonderausstellungen angeboten werden, die den Karneval / Fasching / Fastnacht auch über das Verbandsgebiet hinaus darstellen, um den Besuchern das Wesen und die Bedeutung unseres Brauchtums näher zu bringen (z.B. Wanderausstellung des „Deutschen Fastnachtsmuseums“ in Kitzingen).

V. Förderwürdigkeit des Projektes

Zusammengefasst steht die Förderwürdigkeit des Projektes, auch nach Meinung der für Kultur zuständigen Stellen (Amt für rheinische Landeskunde, Amt für Archivberatung) beim Landschaftsverband Rheinland außer Frage. Die Bedeutung des Kulturgutes Brauchtums Karneval für unsere Region wird alljährlich durch die Förderung der einzelnen Kommunen und Kreise in unserem Verbandsgebiet unterstrichen.

Die kulturelle Bedeutung des Brauchtums Karneval in unserer Region, das sich u.a. auch bereits durch viele Veröffentlichungen in der heimatgebundenen Literatur wiederfindet, ist durch die alljährliche Teilnahme der Bevölkerung an den Veranstaltungen der Karnevalsvereine und anderer Organisationen eindeutig belegt.

Das ganzjährige Engagement insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit, die grenzüberschreitenden Kontakte und Zusammenarbeit und nicht zuletzt das soziale Engagement der Karnevalsfreunde im Aachener Grenzland (jährlich werden mehr als 100.000,-- EUR für soziale Zwecke gesammelt und gespendet!) belegen auch die Notwendigkeit dieses jahrhundertealten Brauchtums. Es ist ein Teil der Identität der Menschen unserer Region und aus dem Jahreskalender nicht wegzudenken.

Von der Idee zur Realisierung des ”Haus des Grenzlandkarnevals“

30. Juni 1956
In der Gründungssatzung des VKAG wurde als Ziel und Zweck des Verbandes im § 1 unter Nr. 4 i) aufgenommen: „Schaffung und Unterhaltung eines Archivs und Museums zur Sammlung und ständigen Ausstellung von Dokumenten und Unterlagen über das Brauchtum Karneval sowie zu dessen wissenschaftlicher Erforschung im Verbandsgebiet.“

1995
Vorstellung einer ersten Idee durch den damaligen Schatzmeister Reiner Spiertz und Besprechung im Verbandspräsidium. Es wurde eine Willenserklärung des Präsidiums verabschiedet, eine entsprechende Dokumentationsstätte zu schaffen. Reiner Spiertz wurde beauftragt, dieses Projekt weiter zu führen.

1998
Am 22. April 1998 wurde durch das Verbandspräsidium die Nebenordnung Nr. 1 –„Errichtung des Karnevalsarchivs und –Museum der Aachener Grenzlandkreise“, heute „KADAG - KarnevalsArchiv und –Dokumentationszentrum des Aachener Grenzlandes“, verabschiedet und den Mitgliedsvereinen bei der JHV 1998 vorgestellt.

1998 – 2001
Ausführliche Diskussionen im Präsidium und mit den Vereinen über die Finanzierung des Projektes. Eine Einbindung in die Verbandssatzung wurde von den Mitgliedsvereinen nicht mitgetragen. Es wurde allerdings eine breite Zustimmung zur Schaffung dieser Dokumentationsstätte erreicht. In der Jahreshauptversammlung am 27. Mai 2000 wurde die auf Vorschlag des Verbandspräsidenten neu geschaffene Präsidiumsposition „Archivar“ erstmals mit Bernd Simons besetzt. Seit Anfang 2006 ist er Leiter des „Haus des Grenzlandkarnevals“ und Vorsitzender des „KADAG-Ausschusses“.

1996 – 2001
Intensive Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. In mehreren Kommunen standen (und stehen heute noch z. T.) u. a. ehemalige Schulgebäude leer. In Alsdorf, Würselen, Herzogenrath, Baesweiler und Übach-Palenberg werden Gebäude besichtigt. In Würselen wurde u. a. im Juni 1997 auch die Balbinaschule besichtigt! Überwiegend scheitern aber die Gespräche an den z. T. hohen Erwartungen der Kommunen. In Alsdorf schien 2001 eine Schule geeignet und der Stadtrat hatte sich bereits mit der Sache befasst. Letztlich scheiterte das Vorhaben jedoch an den außerordentlich hohen Kosten, die uns durch die Stadt Alsdorf auferlegt werden sollten. Reiner Spiertz erstellte einen langfristig (5 Jahre) angelegten Finanzierungsplan für ein „Haus des Grenzlandkarnevals“ mit dem dort integrierten KADAG. Ebenso stellt er die Anforderungen an das Haus vor und erstellt einen ausführlichen Archivplan für das KADAG.

17. August 2002
Gründung des „Fördervereins Haus des Grenzlandkarnevals e.V.“ in Alsdorf-Mariadorf. Der Verein wurde in das Vereinsregister eingetragen und vom Finanzamt Aachen-Kreis als besonders förderwürdig anerkannt. Somit war der Verein gemeinnützig. Vorsitzender wird Reiner Spiertz und ist dies bis heute. Mitglieder können natürliche Personen, Vereine, Unternehmen und Kommunen werden. Bis Ende 2004 hat der Verein rund 50 Mitglieder. Im Jahr 2011 sind es immerhin fast 70 Mitglieder. Diese Mitgliederzahl soll auf mehr als 100 gesteigert werden.

1997 – 2001
Erstellung eines sog. „Pflichtenheftes“ für ein eigenes EDV-Programm durch Reiner Spiertz zur Erfassung und Archivierung der Sammlungsgegenstände. Auf dem deutschen Markt war und ist kein geeignetes Programm zu kaufen. Umsetzung des Pflichtenheftes in eine entsprechende EDV-Software durch Dipl.-Informatiker Frank Schneider, Übach-Palenberg, der dieses Programm bis heute betreut und den Anforderungen der Praxis entsprechend aktualisiert. Das Sammeln von Sammlungsgegenständen hat begonnen und die Software konnte erfolgreich eingesetzt und stetig weiter entwickelt werden.

11. März 2002 – 19. August 2005
Der Kreis Aachen stellt uns auf dem Flugplatzgelände Merzbrück einen Raum zum Beginn des Sammelns zur Verfügung. Dort beginnen die Archivierungsarbeiten. Innerhalb von 1 ½ Jahren konnten rund 6.000 Sammlungsstücke zusammengetragen werden. Schon bald ist der Raum zu klein und die intensive Suche nach entsprechenden und bezahlbaren Räumlichkeiten geht weiter. Im Sommer 2005 teilte uns die Kreisverwaltung mit, dass das Gebäude in Merzbrück Ende des Jahres 2005 einer anderen Nutzung zugeführt werden würde, so dass wir eine neue Bleibe suchen mussten.

2005
Mitte des Jahres konnte Bürgermeister Werner Breuer aus Würselen für das Projekt gewonnen und intensive Gespräche geführt werden. Diese wurden auch mit den großen Ratsfraktionen geführt. Schon im August 2005, als die Gespräche konkret wurden und absehbar war, dass uns das Gebäude zur Verfügung gestellt würde, konnten wir am 19. August 2005 von Merzbrück in die Balbinastraße umziehen. Ende Dezember 2005 entschied der Rat der Stadt Würselen dann, uns das Gebäude Balbinastraße 3 langfristig, d. h. über 25 Jahre, zur Verfügung zu stellen.

20. Januar 2006
Am 20. Januar 2006 wurde ein Mietvertrag zwischen der Stadt Würselen und dem „Förderverein Haus des Grenzlandkarnevals e. V.“ über 25 Jahre unterschrieben, der für den FV überschaubare Kosten bringt. Seitdem wurde intensiv an der Herrichtung des Gebäudes und der weiteren Archivierung von Sammlungsgegenständen gearbeitet. Notwendigerweise wurde bereits eine neue Heizungsanlage installiert, der Außenanstrich teilweise erneuert und einige Renovierungsarbeiten im Inneren des Gebäudes durchgeführt. Die handwerklichen Arbeiten werden vom Leiter des HdG, Bernd Simons, in Abstimmung mit Reiner Spiertz koordiniert. Die finanzielle Planung und Abwicklung wird weiterhin von R. Spiertz durchgeführt, der diese Aufgabe bis zum heutigen Zeitpunkt wahrnimmt. Die Sammlungen stiegen auf mehr als 13.000 Exponaten an.

29. September 2007
Das Haus wird offiziell eröffnet und der interessierten Bevölkerung und den Vereinen zur Besichtigung und Nutzung übergeben. Weitere Sanierungs- und Renovierungsarbeiten standen in den nächsten Jahren an. Es dauerte jedoch noch bis zum Jahr 2009, bis auch das Dachgeschoss vollständig zur Nutzung verfügbar ist.

2008
Aus eigenen Finanzmitteln wurde ein dauerhafter Ausstellungsraum mit notwendigen Vitrinen usw. eingerichtet. Für die Archive wurden entsprechende Schränke beschafft und eingerichtet, der Ausstellungsraum wird mit vielen Exponaten bestückt und das Treppenhaus provisorisch mit vielen Sammlungsgegenständen attraktiv eingerichtet.

2009
Nach mehreren Besuchen durch die Amtsleiter für Kultur und Archive des Landschaftsverbandes Rheinland wurden unsere Förderanträge an den LVR und der NRW-Stiftung für Kultur genehmigt. Die hohen Zuwendungen dieser Institutionen versetzten uns in die Lage, die z. T. maroden, fast 70 Jahre alten Fenster im gesamten Haus gegen eine moderne, energiesparende Fensteranlage auszutauschen. Die Heizungsanlage wurde komplett saniert, eine neue WC-Anlage eingebaut und das komplette Dachgeschoss saniert und umgebaut. Im DG wurde das komplette Archiv des VKAG untergebracht und ein modern ausgestatteter Büro- und Versammlungsraum eingerichtet. Die Sammlungen im KADAG haben sich auf ca. 30.000 archivierte Sammlungsgegenstände erhöht, deren Zahl monatlich weiter zunimmt. Viele Privatsammlungen von deutschen, niederländischen und belgischen Karnevalsfreunden konnten übernommen werden.

2010
Mit den Mitteln des Landschaftsverbandes Rheinland und der NRW-Stiftung konnte ab Mitte des Jahres zunächst das komplette Treppenhaus renoviert und für Archiv- und Ausstellungszwecke hergerichtet werden. Weiterhin wurde die Sanierung des Ausstellungsraumes durchgeführt und die kleine Ausstellung überarbeitet und neu gestaltet. Durch Innenrollos wurde der Ausstellungsraum verdunkelt, um so die ausgestellten Exponate gegen Lichteinfall zu schützen. Ein Teil der Heizkörper wurden entfernt, damit eine möglichst gleichbleibende Temperatur gehalten werden kann. Im Oktober / November wurde mit der Sanierung der Außenhaut des Gebäudes begonnen. Aufgrund der Witterungsbedingungen wurden diese Arbeiten erst im Frühjahr 2011 fertig gestellt. Dem Haus wurde ein äußerst ansehnliches Aussehen gegeben, das sich den umliegenden, früheren Schulgebäuden nach deren Sanierung anpasst. Die Vorderfront zeigt darüber hinaus ein künstlerisch bemaltes Flies, in dem der Karneval im Verbandsgebiet in beeindruckender Form dargestellt wird. Dieses Flies, das zur Zeit in Bearbeitung ist, zeigt eine bunte Vielfalt von Karnevalsfiguren und Uniformen, dargestellt als eine Art Karnevalszug. Die Stirnseite des Gebäudes zeigt heute das Emblem des VKAG, umrahmt vom Schriftzug „Haus des Grenzlandkarnevals“. In den Kellerräumen wurden bereits einige Veränderungen und Sanierungen vorgenommen, um diese Räume in Zukunft als Lagerräume für bestimmte Archivalien nutzen zu können. Insbesondere soll im hinteren Kellerraum das Ordensarchiv untergebracht werden, da das Gewicht dieser Archivalien für die 1. Etage auf Dauer zu hoch ist. Die Kellerwände wurden von außen teilweise isoliert, damit keine Feuchtigkeit mehr durch sie hindurch in den Keller eindringen kann. Entsprechende Lüftungsrohre wurden eingezogen und die Wände von innen hergerichtet. Die Sammlungen stiegen auf ca. 30.000 Sammlungsgegenstände an. Die Mitgliederzahl des Fördervereins stieg bis Ende November 2010 auf ca. 70 an, darunter mehrere Wirtschaftsunternehmen.

2011
Weitere Sanierungsarbeiten in den Kellerräumen wurden durchgeführt. Die Fertigstellung dieser Räume wurde im Jahr 2013 abgeschlossen, so dass dann das Ordensarchiv dorthin verbracht werden konnte. Die notwendigen Archivschränke wurden beschafft. Weitere notwendige Archivmöbel werden im Jahr 2011 noch angeschafft, was durch eine große Zuwendung der Kulturstiftung der Sparkasse Aachen möglich wurde. Die Renovierung und Sanierung des Archivraumes wurde, den Empfehlungen der Archiv-Fachleute des Landschaftsverbandes Rheinlandes entsprechend hergerichtet. Neben einem „begehbaren Kleiderschrank“, in dem die gesammelten Kostüme und Ornate, in archivgerechtem Flies verpackt, untergebracht sind, sollen alle Holzschränke gegen Metallschränke ausgetauscht werden. Ebenso soll für eine archivgerechte Klimatisierung gesorgt werden. Weitere investive Arbeiten sind, den finanziellen Möglichkeiten des Fördervereins entsprechend, in den folgenden Jahren vorgesehen.

2012
Für das Jahr 2012 ist die Installation eines „Wissenschaftlichen Beirates“ vorgesehen, dessen Vorsitz möglichst ein ausgebildeter Historiker übernehmen soll, der möglichst auch Erfahrungen in der Archivarbeit hat. Dieser Beirat soll die Sammlungen auswerten und Veröffentlichungen vorbereiten und erstellen. Ebenso soll er in Zusammenarbeit mit dem Leiter des HdG und dem Verbandspräsidium die Zusammenarbeit, den Informationsaustausch und ggfs. den Austausch von Archivalien mit anderen Archiven (Stadtarchiven, Heimatvereine etc.) aufbauen und vorantreiben. Es wird ebenso eine Zusammenarbeit mit interessierten Universitäten angestrebt, um die gesammelten Informationen über das Brauchtum Karneval im Verbandsgebiet den entsprechenden Fakultäten als Wissensfundus zur Verfügung zu stellen. Zurzeit bestehen erste Kontakte mit dem Historischen Institut der RWTH Aachen, mit dem beiderseits eine enge Zusammenarbeit angestrebt wird.

2013
Der „Wissenschaftliche Beirat“ wurde installiert. Unter der Förderung durch Prof. Dr. Heinen (Hist. Institut der RWTH Aachen) und unter Leitung von Herrn Dr. Frank Pohle wird die wissenschaftliche Auswertung der Sammlungen angegangen. Das Platzangebot im Haus Balbinastraße 3 reicht nicht mehr aus. Deshalb ist eine Erweiterung dringend notwendig. Hierfür bietet sich jetzt der Kauf des angebauten Nachbarhauses Balbinastraße 5 an, um die auf mehr als 60.000 Sammlungsgegenstände angewachsenen Sammlungen fach- und sachgerecht unter zu bringen. Erste Verhandlungen mit der Eigentümerin, der Pfarre St. Sebastian, Würselen, wurden geführt und die Suche nach Sponsoren wurde begonnen.

2015
Die Erweiterung des Hauses gestaltet sich als äußerst schwierig. Der Kauf des Nachbarhauses Balbinastraße 5, inbesondere dessen Finanzierung bedeutet eine große Heruasforderung an alle Beteiligten. Durch verschiedene Maßnahmen (z. B. Spendenaktionen, Benefizgala in der Stadthalle Alsdorf) wird versucht, die Finanzierung sicher zu stellen. Erste Gespräche mit einem Facharchitekten über den Umbau und Renovierung des Hauses werden geführt, aber bis zur endgültigen Übernahme des Hauses zurückgestellt. Die Sammlungen sind auf mehr als 73.000 Archivalien angewachsen und werden ständig größer. Die ca. 10 ehrenamtlichen Mitarbeiter im HdG leisten einen hohen Arbeitsaufwand, um die laufenden Archivierungsarbeiten zu gewährleisten.

Es wird weiterhin um neue Mitglieder für den Förderverein geworben, deren Anzahl noch deutlich gesteigert werden soll. Die Besuche von Karnevals- und Heimatvereinen, politischen Gruppierungen und sonstigen, interessierten Gästen lässt uns hoffen, unseren Förderverein und das Haus des Grenzlandkarnevals auch weiterhin zu stärken. In den zurückliegenden Jahren hat sich herausgestellt, dass die Gründung des Fördervereins ein richtiger und absolut notwendiger Schritt war, die satzungsgemäßen Ziele des „Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise e. V.“ zu erreichen. Daran wird weiter gearbeitet und jeder Förderer trägt dazu bei, das Wissen um das Kulturgut Karneval im Gebiet des früheren Regierungsbezirkes Aachen zu erhalten und für die nächsten Generationen einen Informationsfundus zu schaffen, den es in dieser Art und Größe im gesamten linksrheinischen Raum kein zweites Mal gibt.

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